Alpe Cimbra - Folgaria und Umgebung: das Gebiet und die Ortschaften

Alpe Cimbra ist eine Mittelgebirgs-Hochebene, die sich im südöstlichen Trentino auf einer Fläche von ca. 100 Quadratkilometern in 1.000 bis 2.000 Metern Höhe erstreckt. Das Gebiet gehört zur Magnifica Comunità degli Altipiani Cimbri und umfasst auch die Hochplateaus von Folgaria, Lavarone und Lusern. Es ist von Wiesen, Weiden und Wäldern geprägt, aus denen einige Erhebungen in die Höhe ragen, darunter auch der Becco di Filadonna, der mit seinen 2.150 Metern der höchste Berg der Alpe ist.
Der Begriff "Alpe Cimbra" wurde vom Tourismusverband in der Absicht eingeführt, auf die besonderen Merkmale der Geschichte und Kultur hinzuweisen, welche die Hochplateaus von Folgaria, Lavarone und Lusern gemeinsam haben. In der Tat ist die kulturelle und geschichtliche Identität von Alpe Cimbra Bestandteil der Tradition der Zimbern, einer ethnischen und sprachlichen Minderheit deutschen Ursprungs, die noch heute in der Berggegend zwischen den Provinzen von Trient, Vicenza, Verona und Treviso lebt. In Lusern zum Beispiel spricht die Bevölkerung eine alte Sprache germanischer Prägung, die durch ein Provinzgesetz anerkannt und geschützt ist.
Während des ersten Weltkriegs hat das gesamte Gebiet eine strategische Rolle gespielt, was an zahlreichen, von der Österreichisch-Ungarischen Armee angelegten Befestigungsanlagen erkennbar ist, die ein großes System aus Schützengräben und Forts bildeten.
Heute sind Folgaria, Lavarone und Lusern durch die Nähe zu modernen Skigebieten und ein großes landschaftliches und kulturelles Angebot beliebte Ausflugsziele.
Auch in der regionalen Küche spiegeln sich die einfachen Ursprünge von Alpe Cimbra wider. Sie besteht aus schlichten, gehaltvollen Gerichten, die heutzutage in moderneren, leichteren Versionen angeboten werden. Eine zimbrische Spezialität ist Kartoffelpolenta, die man zu Fleischgerichten und zu den hier erzeugten Wurst- und Schinkenspezialitäten genießt. In Vezzena wird ein bekannter Almkäse hergestellt, der vielen lokalen Gerichten eine besondere Note verleiht. Und auf der gesamten Hochebene wird ein vorzüglicher Berghonig produziert, von dessen Entstehung das Honigmuseum von Lavarone erzählt.

Folgaria (1.169 m), der wichtigste Ort der Hochebene, ist eines der bekanntesten Touristenziele des Trentino. Folgaria und seine Ortsteile sind das ideale Ziel für einen Familienurlaub im Zeichen von Sport und Natur.
Es gibt unzählige Möglichkeiten für wundervolle Spaziergänge sowie aufregende Wanderungen, Reit- und Radtouren. Berühmt sind der Friedensweg – auf den Spuren des Ersten Weltkrieges – und, für Mountainbike-Fans, die Trails von "100 Km dei Forti" mit Strecken für Fatbike, E-bike, Freeride und Downhill. Nicht umsonst finden hier zahlreiche Rennen statt.
Golffreunde finden im Golf Club Folgaria, der 1.200 m hoch in einem Naturschutzgebiet liegt, einen 18-Loch Platz.
Im Winter garantieren die insgesamt 80 km Skipisten der Skitour dei Forti unvergessliche Skierlebnisse, während das Centro Fondo di Passo Coe Pisten für Skilanglauf in einer Gesamtlänge von 35 km bietet. Auch für alle, die einen Ausflug mit Schneeschuhen oder eine Rodelpartie machen möchten, ist der Spaß gesichert. Und zum Schlittschuhlaufen lädt das Eisstadion von Folgaria ein.

Das besondere Merkmal von Lavarone (1.174 m) ist ein schöner See, der als sauberster Bergsee Italiens gilt. Das hier herrschende milde Klima und das klare Wasser machen ihn zu einer wichtigen Touristenattraktion; im Sommer ist er auf Bade- und Angelgäste eingerichtet, während er in kalten Wintern Schlittschuhfans eine Menge Spaß verspricht.
Zu den zahlreichen Wegen, die man von Lavarone aus nehmen kann, gehören die Themenwege "L'Avez del Prinzep" und "Il Respiro degli Alberi", während der Nordic Walking Park sage und schreibe siebzehn Pfade mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bietet. Für Mountainbikes gibt es außer den Trails von "100 km dei Forti" den Bike Park von Lavarone mit verschiedenen, entsprechend ausgestatteten Downhill-Strecken.
Das Ski Center von Lavarone bietet 30 Kilometer Pisten für Ski Alpin und mehr als 45 Kilometer für Skilanglauf. Das Gesamtgebiet dehnt sich bis zum Alpe di Vezzena aus. Das "Centro Fondo Millegrobbe" ist eines der wichtigsten Gebiete für Skilanglauf. Mit dem Centro Fondo di Campolongo verbunden, besteht es aus leicht befahrbaren Strecken mit einer Gesamtlänge von 18 km, die man vom Vezzena-Pass erreicht, und Pisten mit höherem Anspruch, die insgesamt 21 km lang sind und zu denen man über die Alm Millegrobbe gelangt. Außerdem gibt es einen Snow Park zum Snowboarden, eine Rodelpiste und eine Snowrafting-Piste.
Zeugnisse der Geschichte wie die österreichisch-ungarische Festung Werk Geschwent (die einzige komplett erhalten gebliebene – sie beherbergt ein Multimedia-Museum über den Ersten Weltkrieg) und der Soldatenfriedhof von Slaghenaufi geben zusätzliche kulturelle Impulse für einen interessanten Urlaub.

Lusern (1.333 m) ist der kleinste der drei Orte von Alpe Cimbra. Das Bergdorf ist weniger als zehn Kilometer von Lavarone entfernt und liegt nordwestlich des Hochplateaus der Sieben Gemeinden – Altopiano dei Sette Comuni (dieses markiert die Grenze zwischen Venetien und dem Trentino und ist über den nahe gelegenen Vezzena-Pass zugänglich). Lusern ist eine Sprachinsel, wo man noch immer Zimbrisch (eine altbayrische Mundart) spricht, die in der Familie und in der Schule weitergegeben wird und deren Schutz wir nicht zuletzt auch Einrichtungen wie dem Dokumentationszentrum Lusern und dem Kulturinstitut Lusern verdanken.
Auch in der Nähe von Lusern erinnert heute noch vieles an den Ersten Weltkrieg: kilometerlange Schützengräben, in hügelige Almen eingegraben, der Festungskomplex von Campo Luserna, die befestigte Beobachtungsplattform auf dem Gipfel des Vezzena, das Werk Verle und der kleine Soldatenfriedhof in Costalta.

Die Vigolana-Hochebene (700 m) lockt dank ihrer herrlichen Landschaften voller Wiesen, Wälder, Wasserwege und Dörfer viele Besucher an. Sie besteht aus 4 Ortschaften: Bosentino, ein kleines Bergdorf mit Blick auf den Caldonazzo-See; Centa San Nicolò, das von dem gleichnamigen Bach durchquert wird und von kleinen Dörfern und zahlreichen Bauernhöfen geprägt ist; Vattaro, das Touristen dank seiner historischen Gebäude (einschließlich des Palazzo Bortolazzi) und seiner altertümlichen Wohnsitze fasziniert; Vigolo Vattaro, antiken Ursprungs, das an der Römerstraße liegt, die das Etschtal und das Valsugana verbindet.
Die Hochebene ist ein beliebtes Ausflugsziel sowohl im Sommer als auch im Winter. Wenn es warm wird, können die Touristen viele Routen zu Fuß, mit dem Mountainbike oder zu Pferd entdecken - berühmt sind die Via Claudia Augusta und der East Trentino Horse Trail. Im Winter können die Besucher dank der magischen Atmosphäre, die von den Krippen geschaffen wird, unvergessliche Spaziergänge mit Schneeschuhen geniessen.